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Peter Von Mundenheim

  • By Anonym
    Peter Von Mundenheim

    Ich fragte nicht weiter. Die Menschen reagieren empfindlich, wenn man ihren Glauben mit der Ökonomie verknüpft. Es gibt aber nichts, was die Welt bewegt, als allein das Gold. Selbst die Liebe entzündet sich am Gold. Und der Glaube erst recht. Ihr senkt die Knie vor eurer Göttin, wenn sie vors Portal tritt, juwelenüberrieselt der reine Leib. Würdet ihr sie auch lieben, wenn sie im Keller die Asche versorgte, Krätzeflecken auf der Haut? Nur eine Macht habe ich gefunden in der Welt, die kümmert sich nicht ums Gold: die Geilheit. Aber die ist schnell verraucht, und ohne Folgen. Vornehme Frauen habe ich gesehen, die Spreize machend unter einem Stallknecht, der stank nach Mist. Ergraute Männer habe ich gesehen, schwer von Würde, die rannten eine Hure zu ficken, die die ganze Stadt schon hatte. Ich sprach davon zu meinem alten Lehrer, und er sah mich an und sagte: Man soll nicht davon reden. Ich war schon ein junger Mann damals, war auf Reisen gewesen, und mein alter Lehrer erhielt sein Gnadenbrot auf meines Vaters Gut, wie es den Pferden und den Sklaven zusteht. Ich war enttäuscht über seine Antwort und verachtete ihn. Heute weiß ich, dass ich ein Kind war und dumm und hochfahrend. Er hatte recht. In seinen Worten lag die einzige Weisheit, zu der einer kommen kann. Man soll nicht darüber reden.

  • By Anonym
    Peter Von Mundenheim

    Schon als Kind war er von recht massiver Körperlichkeit gewesen, in die er sich zurückzuziehen pflegte wie in einen Bunker, da war nichts zu bewegen und nichts zu erschüttern, und aus seinen Kinderaugen sprach Ablehnung. Seine Schulkameraden fürchteten ihn, weil er sofort zuschlug, er ließ sich nicht auf Diskussionen ein, sondern pflanzte dem Kontrahenten ohne Vorwarnung die Faust gezielt auf die Nase. Nur vor den hübschen Mädchen, vor denen fürchtete er sich. Er wusste von Kindesbeinen an, dass sie sich Zutritt verschaffen konnten in sein Innerstes, in das Herz aller Dinge, einfach so, ohne jede Anstrengung, und dass sie dort schlimme Dinge taten, ohne Gewissen und ohne Mitleid. Sie quälten und verletzten und töteten, mit einem Blick, und er begriff nicht, wie sie das machten. Er dachte an Zauberei. Er sah auch, dass sie über manche Jungs diese Macht nicht hatten, und denen unterwarfen sie sich, denen rannten sie nach, von denen ließen sie sich benutzen. Er sah das und begriff auch das nicht. Es hat etwas mit Liebe zu tun, dachte er. Wer sie liebt, den verletzen und demütigen sie. Wer sie verachtet, von dem lassen sie sich benutzen als Klopapier. Wer sie liebt, ernsthaft liebt, dem verweigern sie sich. Wer sie verachtet, bekommt eine ganze Sammlung von ihnen. Du liebst eine Frau? Liebst sie wirklich? Damit lädst du sie ein, dir das Herz zu brechen. Und sie wird der Einladung folgen. Die Versuchung ist einfach zu groß. Er liebt mich, er ist schwach, denkt sie voller Verachtung. Sowas muss man zertreten. Wonach du dich am meisten sehnst, das bekommst du nicht. Was du verachtest, wirft sich dir zu Füßen. Er sah das, und verstand es nicht.

  • By Anonym
    Peter Von Mundenheim

    Und wandelte Magdalena im finsteren Tal, zwischen den Wesen, die schauten sie an, streckten die Hände aus nach ihr. Was kann ich tun? sagte Magdalena. Da war ein Sturz aus fernen Höhlen, viele Tücher wurden zurückgeschlagen, und war Nacktheit in allen Öffnungen, die sprachen das Wort: Bedürftigkeit. War ausgestreckter Hände voll der Ort und suchender Augen, die wollten. Und Magdalena ging und sollte bringen, sie hatte aber nichts, war leer und arm. Ich muss wandern, dachte sie, und demütig schlugen die Gestalten ihre Augen nieder, und blieben stehen am Wegrand, zurück, wie dunkle Pfähle, die Hände halb gestreckt aus den Gewändern, müde Geste, verzagte Forderung, so würden sie stehenbleiben, lange, oh, so lange, und würde in ihren Herzen schlummern der Gedanke: sie wird wiederkommen, sie wird wiederkommen, und sie würden stehen und warten, die Äonen würden niederfallen, und Schnee sinken im kalten Wind ... Du bist die, die ihnen verheißen wurde, sagte die Stimme, und Magdalena floh, denn was konnte sie geben? Sie hatte nichts, leer waren ihre Gebärden. Und verzweigt waren die Täler, voll kühler Ungeduld. Der Morgen floss von den Höhen, blasses Auge der Nebelsonne. Zurück sah Magdalena hinunter ins Tal, da standen die Tannen, die dunklen Hallen. Und Magdalena fühlte eine schwache Spur von Glück, ich bin nicht der Gärtner eures Unbehagens, sagte sie, und die Bäume rauschten im Wind. Entronnen, sagte Magdalena laut, entronnen ...